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Ökumenisches Gemeindezentrum und Erich Kästner-Schule
® Kranichstein-Archiv 2012-2018
ie     städtebauliche     Planung     von     1966     für     den     neuen     Darmstädter     Stadtteil     Kranichstein     sah     wie selbstverständlich   für   die   beiden   christlichen   Konfessionen   je   ein   Kirchenzentrum   vor.   Die   Standorte   lagen relativ weit auseinander. Die   Evangelische   Kirchengemeinde   Darmstadt-Kranichstein   entstand   am   1.8.1966   durch   Ausgliederung   des Ostbezirkes    der    Ev.-luth.    Auferstehungsgemeinde    Darmstadt-Arheilgen.    Der    räumliche    Mittelpunkt    der Gemeinde     war     ein     kleines     Gemeindezentrum     “An     der     Schleifmühle”     mit     Pfarrhaus,     Pfarrbüro     und Gemeindesaal   mit   zwei   Jugendräumen.   Die   Gottesdienste   fanden   im   Gemeindesaal   und   in   der   Schlosskapelle   des Jagdschlosses   Kranichstein   statt,   später   auch   in   der   Turnhalle   der   Erich   Kästner-Schule.   Pfarrer   wurde   Gerhard Leinwand. Zu    diesem    Zeitpunkt    mussten    die    Katholiken    selbst    suchen,    wo    sie    ihre    religiöse    Heimat    finden    konnten. Kirchenrechtlich   gehörten   sie   zu   St.   Elisabeth   am   Herrngarten,   wohin   sie   jeden   Sonntag   mit   einem   privaten   Bus   zur heiligen    Messe    fahren    mussten.    Als    die    Erich    Kästner-Schule    fertig    wurde,    feierte    man    die    heilige    Messe    am Samstagabend   in   der   dafür   umfunktionierten   Turnhalle...Erst   am   1.7.1971   entstand   die   katholische   Kirchengemeinde   in Kranichstein.    Als    Pfarrhaus,    Pfarrbüro    und    Gemeindehaus    diente    ein    von    der    Diözese    Mainz    erworbenes Einfamilienhaus    im    Meißnerweg    65,    in    dem    auch    eine    kleine    Kapelle    eingerichtet    wurde.    Pfarrer    wurde    Lothar Landvogt. Die   evangelische   Gemeinde   hatte   inzwischen   eine   zweite   Pfarrstelle,   ihr   Verwalter   und   späterer   Inhaber   war   Helmut Beth.   Als   sie   im   Jahr   1972   die   “Kleine   Kirche   am   See”   ...   errichtete,   war   auch   die   katholische   Gemeinde   dort   zu   Gast. Schon    zu    dieser    Zeit    begann    das    ökumenische    Miteinander...    Zu    diesem    Zeitpunkt    wurde    der    Wunsch,    ein ökumenisches Zentrum “gemeinsam zu bauen”, offenbar... Unter   Berücksichtigung   aller   “Höchster   Ergebnisse”   erstellte   in   der   Folgezeit   die   Ökumenische   Baukommission   die Wettbewerbsunterlagen und übergab diese Ende 1974 den zum Wettbewerb eingeladenen Architekten... Volk Gottes auf dem Weg zu Gott; das vielgestaltige Dach als das Zelt Gottes unter den Menschen. Nach   schwierigen   und   langwierigen   Verhandlungen   über   die   Finanzierung   des   Bauvorhabens   begann   1978   der   Bau des   Ökumenischen   Gemeindezentrums,..   Eine   US-amerikanische   Pioniereinheit   schob   im   “Rahmen   einer   Übung”   mit Bulldozern   den   Mutterboden   ab.   Ende   des   Jahres   1978   waren   die   Rohbauten   weitgehend   erstellt   und   am   7.8.1979 feierten    die    Gemeinden    ihr    gemeinsames    Richtfest.    Im    Mai/Juni    1980    bekamen    die    Kirchengemeinden    zwei    in Beziehung   stehende   biblische   Namen,   die Ausdruck   und   Bezeugung   ihrer   ökumenischen   Zusammenarbeit   sein   sollten. In    einer    Fragebogenaktion    in    beiden    Gemeinden    wurde    aus    mehreren    vorgeschlagenen    Namenspaaren    das Apostelpaar Philippus und Jakobus gewünscht.
(aus: 25 Jahre Ökumenisches Gemeindezentrum Darmstadt-Kranichstein; Festschrift Oktober 2005)
“Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt, wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wovor wir zögern.”                                                                                                                                                      Erich Kästner, 1899-1974
ie erste Eintragung aus der Schulchronik: „Am    1.    April    1969    wurde    mit    dem    Bau    der    8- klassigen         Grundschule         im         Neubaugebiet Darmstadt-Kranichstein   begonnen.   Die   Schule   war am   30.10.1969   fertiggestellt   und   wurde   nach   Erich Kästner benannt...” Seit   dieser   Zeit   ist   viel   geschehen   und   auch   das   ursprüngliche Aussehen der Schule hat sich sehr verändert. In   der   Grundschule   im   Wickopweg   wurden   im   Laufe   der   Jahre stets   weitere   Gebäude      hinzugefügt.      Und   im   Jahre   1997   mit dem   ersten   Bauabschnitt   der   EKS-IGS   das   schulische   Angebot in   Kranichstein   bis   zur   Klasse   10   erweitert.   2003   erfolgte   die endgültige       Einweihung       mit       Beendigung       des       dritten Bauabschnitts.
mit freundlicher Gehnemigung der Erich Kästner-Schule, Da-Kranichstein
Gesamtschule in Kranichstein Kästnerschule ändert Schulform und bekommt zweiten Standort   (ari).   Die   Erich   Kästner-Schule   in   Kranichstein,   bisher   eine   Grundschule   mit   Förderstufe,   wird   zum   nächsten   Schuljahr   zur   Integrierten   Gesamtschule. Sie   soll   Schüler   der   Klassen   1   bis   10   unterrichten.   Die   Grundschüler   bleiben   im   bisherigen   Schulgebäude   im   Wickopweg,   die   Mittelstufe   –   die   sich   in den   nächsten   Jahren   nach   und   nach   aufbauen   soll   –   bekommt   den   Neubau   an   der   Theodor   Reh-Straße,   dessen   Bau   in   den   nächsten   Wochen begonnen   werden   soll.   Das   Darmstädter   Stadtparlament   hat   die   Umwandlung   in   eine   Gesamtschule   in   seiner   Sitzung   am   Donnerstag   mit   den Stimmen   von   SPD   und   Grünen   beschlossen.   CDU   und   FDP   stimmten   dagegen,   drei   Stadtverordnete   der   Grünen   enthielten   sich.   Einig   sind   sich   die Parlamentarier,   daß   der   wachsende   Stadtteil   Kranichstein   eine   zweite   Schule   braucht.   Der   CDU,   keine   Freundin   von   Gesamtschulen,   wäre   eine zweite   Grundschule   lieber.   Sie   befürchtet   außerdem   nachteilige   Auswirkungen   auf   die   beiden   Arheilger   Schulen   (Carl   Ulrich-Schule   und   Thomas Mann-Schule), die ohnehin Probleme haben, ihre Klassen voll zu kriegen. Alfred   Aldenhoff   von   der   CDU   forderte,   den   Beschluß   über   die   künftige   Schulform   solange   zu   vertagen,   bis   der   neue   Schulentwicklungsplan   oder zumindest   ein   Teilplan   für   den   Norden   Darmstadts   fertig   sei.   Die   CDU-Fraktionsvorsitzende   Karin   Wolff   gab   zu   bedenken,   daß   im   Grundschulteil   der Kästnerschule   wegen   des   Bevölkerungszuwachses   in   Kranichstein   künftig   mit   sieben   Parallelklassen   eines   Jahrgangs   zu   rechnen   sei   –   „für   die Grundschule   ein   Wahnsinn“.   Somit   werde   eine   zweite   Grundschule   dringender   gebraucht   als   eine   Mittelstufenschule.   Eine   Gesamtschule   sei außerdem „keine Schule für alle“, sie werde von vielen Eltern abgelehnt. Dem   widersprach   Schuldezernent   Heino   Swyter   (FDP).   Die   Statistik   zeige   eindeutig,   daß   Gymnasium   und   Gesamtschule   die   beiden   Favoriten   in   der Elterngunst   seien.   Die   Zahlen,   auf   denen   seine   Vorlage   fuße,   seien   aktuell,   und   der   Beschluß   lasse   sich   auch   fassen,   ohne   daß   die   Stadtverordneten den    gesamten    Schulentwicklungsplan    auf    dem    Tisch    hätten.    Die    FDP-Fraktion    versagte    Swyters    Vorlage    dennoch    die    Zustimmung:    Wie Stadtverordneter   Theo   Ludwig   sagte,   gebe   es   keine   Notwendigkeit,   jetzt   schon   über   die   Organisationsform   der   Schule   zu   befinden.   Doris   Fröhlich von   den   Grünen   erklärte,   die   Probleme   der   Arheilger   Schulen   hätten   in   erster   Linie   mit   deren   Image   zu   tun;   die   meisten   Schüler   wanderten   zur Hessenwaldschule im Landkreis ab.  DE, 01.10.1994