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Geschichte III
® Kranichstein-Archiv 2012-2018
(aus: Kranichstein, Geschichte eines Stadtteils; W. Andres u. H. Stumme, Reba-Verlag, 1993, Darmstadt; mit freundlicher Genehmigung des Darmstädter Echos, 2011)
och   in   der   Mitte   des   19.   Jahrhunderts   sollte   das   Renaissanceschloss   in   Kranichstein   eine Wiedererstehung   erleben.   Der   neue   Zeitgeist   der   Romantik   weckte   das   vernachlässigte Jagdjuwel aus seinem Dornröschenschlaf... Die   fürstlichen   Förderer   waren   die   Großherzöge   Ludwig   II.   (1830-48)   und   sein   Sohn   Ludwig III.    (1848-77).    Mit    dem    Bemühen,    die    neuen    Ideale    der    Romantik    in    ihrem    Lande    in    die    Tat umzusetzen,   haben   sich   die   beiden   Regenten   auch   um   Kranichstein   sehr   verdient   gemacht...   Was dem   so   geschichtsträchtigen   Schloss   bisher   gefehlt   hatte,   war   eine   repräsentative   Eingangsfront... Zu   den   Aufenthaltsräumen   im   oberen   Stockwerk   führten   seit   Georg   I.   nur   die   schmalen   Aufgänge der    beiden    Treppentüren    in    den    Hofecken.    So    hatte    sich    Ludwig    II.    entschlossen,    mit    einer Instandsetzung des Jagdschlosses gleichzeitig die allzu schlichte Eingangsfassade zu ändern. Kein   Geringerer   als   der   bekannte   Hof-   und   Stadtbaumeister   Georg   Moller   wurde   beauftragt,   einen angemessenen    Plan    dafür    zu    entwerfen.    Nach    seinen    Vorstellungen    wurde    in    der    Mitte    des Hauptflügels     ein     Treppenhaus     eingebaut,     davor     der     Haupteingang     gesetzt     und     mit     einer vorgezogenen   Säulenanfahrt   versehen,   die   einen   Balkon   trägt.   Darüber   setzte   Moller   einen   Giebel in   gotisierendem   Stil.   1863   wurden   die   Arbeiten   an   dem   Schlosseingang   von   Mollers   Nachfolger, dem   Hofbaurat   Ludwig   Weiland,   fortgesetzt.   Dieser   veränderte   den   gotischen   Treppengiebel   in einen   Schweifgiebel,   den   er   mit   einer   Sonnenuhr   ausschmückte   und   mit   einem   goldenen   Kranich bekrönte. Im     ...     Obergeschoß     richtete     Großherzog     Ludwig     III.,     der     sich     Kranichstein     zu     seinem Lieblingsaufenthalt   ...erkoren   hat,   eine   schöne   Galerie   von   Hirschgeweihen   und   Gemälden   ein,   die später   den   Grundstock   für   das   Kranichsteiner   Jagdmuseum   bilden   sollte.   1862   zog   neues   Leben   in die    stillen    Räume    des    Schlosses    ein.    In    diesem    Jahr    hatte    Ludwigs    Neffe    und    designierter Nachfolger,   Ludwig   IV.,   die   zweitälteste   Tochter   der   englischen   Königin   Victoria,   die   Prinzessin Alice,   geheiratet...   Mehrmals   kam   die   englische   Queen   angereist,   um   nach   ihrer   Tochter   zu   sehen. 1866   siedelte   die   fürstliche   Familie   nach   Darmstadt   in   das   Neue   Palais   am   Wilhelminenplatz   über.   - Es   waren   glückliche   Jahre   gewesen,   die   sie   in   der   Waldeinsamkeit   auf   Schloss   Kranichstein   verlebt hatten.  
Personalien
(aus: Kranichstein, Geschichte eines Stadtteils; W. Andres u. H. Stumme, Reba-Verlag, 1993, Darmstadt; mit freundlicher Genehmigung des Darmstädter Echos, 2011)
Großherzog Ernst Ludwig (1892-1918) D er   letzte   Großherzog,   Ernst   Ludwig,   hatte   alle   Jagdandenken,   die   sich   über   seine   verschiedenen   Schlösser   im   Hessenland   verteilten,   nach Kranichstein   bringen   lassen   und   vereinigte   sie   dort   in   einem   Jagdmuseum.   In   langen   Korridoren   baute   sein   Hofmarschall,   Graf   Kuno   von   Hardenberg, eine der schönsten Jagdsammlungen Deutschlands auf...    Prinz Ludwig von Hessen (1908-1968) U m   Kranichstein   als   Ort   jagdlicher   Tradition   zu   erhalten,   verkaufte   er   1952   Schloß   und   Jagdmuseum   an   die   Stiftung   Hessischer   Jägerhof,   die   eine Gründung von 40 hessischen Jägern war.